Vermeintlich gesunde Snacks

06. April 2018

Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein hat 18 Fruchtriegel für Kinder ab einem Jahr unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Keine Empfehlung für Kinder. Denn die als Zwischenmahlzeit beworbenen Riegel enthalten bis zu 51 % Zucker.

Eher Süßigkeit als gesunde Zwischenmahlzeit

Viele Eltern greifen zwischen den Mahlzeiten zu den Fruchtriegeln, schließlich bestehen sie fast ausschließlich aus Obst und werden damit beworben, ohne Zuckerzusatz auszukommen. In den von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein getesteten Riegeln fanden sich dennoch je 26 bis 51 Prozent Zucker – der aus Saftkonzentraten und Früchten stammt. Die Lebensmittelexpertin der Verbraucherzentrale, Gudrun Köster, sieht die Fruchtriegel so vielmehr als Süßigkeit, denn als gesunde Zwischenmahlzeit. 

Kinder ab einem Jahr benötigen etwa 1.200 Kalorien, wovon höchstens 10 Prozent aus Zucker stammen sollten. Fruchtriegel mit besonders hohem Zuckeranteil decken bereits fast die Hälfte der empfohlenen Menge. Zudem bleibt die Masse schnell an den Milchzähnen kleben und birgt so ein hohes Risiko für die Entstehung von Karies.

Köster sieht die beliebten Riegel, wie auch die ebenso beliebten Quetschbeutel, auch für die Entwicklung gesunder Essgewohnheiten hinderlich. „Kinder müssen lernen, wie verschiedene Obstsorten aussehen, riechen und schmecken. Bei einem Fruchtriegel ist das nicht möglich“. Den Kindern fehle die Vielfalt und die Sinneserfahrung beim Essen. Preislich schneiden die Fruchtriegel im Vergleich zu frischem Obst und Gemüse ebenfalls schlecht ab. Für je durchschnittlich 54 Cent gibt es bereits frische Ware in Bio-Qualität.

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