Preispolitik an der Obsttheke

02. Mai 2012

Produkte wie Äpfel waren früher nur während der Erntezeit erhältlich. Heutzutage sind sie hingegen zu jeder Jahreszeit im Supermarktregal zu finden. Konstant bleibt auch der Preis: Äpfel als lose Ware kosten in der Regel 1,99 Euro pro Kilo, unabhängig von Sorte, Jahreszeit und sogar vom Supermarkt. Dies ermittelte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen im Rahmen von Testkäufen in fünf bekannten Supermarktketten. Dies spiegelt jedoch nicht die Realität auf dem Obstmarkt wider: die Apfelernte war z.B. im vergangenen Herbst überaus üppig, die Erzeugerpreise dementsprechend niedrig. Beim Supermarktkunden kommen diese Preisänderungen jedoch nicht an – er zahlt nach wie vor 1,99 Euro pro Kilo. Die Handelsketten verteidigen ihre Preispolitik mit dem Argument, das Preisgefüge für den Kunden möglichst übersichtlich halten zu wollen. Wenn alle Apfelsorten zum selben Preis angeboten werden, könne der Kunde verschiedene Apfelsorten zusammen in einen Beutel geben, ohne jede Sorte einzeln abwiegen zu müssen. In der Praxis führt dies häufig dazu, dass die bereits abgepackte Ware günstiger zu haben ist als die lose. Verbraucherschützer empfehlen, den Obsteinkauf nicht auf lose Ware in Supermärkten zu beschränken und die Preise mit denen für bereits verpackte Ware abzugleichen. Auch auf Wochenmärkten gestaltet sich das Preisgefüge differenzierter als bei der Supermarktware mit Einheitspreis.

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