Gefährliche Substanzen

14. Februar 2018

In einer aktuellen Recherche des Norddeutschen Rundfunks wurden in mehreren Kamillen- und Kräutertees Pflanzengifte nachgewiesen. Pyrrolizidinalkaloide (PA) können zu Leberschädigungen und im schlimmsten Fall zu Leberkrebs führen. Sie wurden in sechs der 13 getesteten Tees festgestellt.

Verunreinigung durch unachtsame Ernte

Für das Verbrauchermagazin „Markt“ des Norddeutschen Rundfunks, wurden Kräuter- und Kamillentees von bekannten Herstellern und aus dem Supermarkt und Discounter stichprobenartig ausgewählt und anschließend in einem akkreditierten Labor untersucht. Bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass sechs der ausgewählten Tees mit PA verunreinigt waren. 

Grund für die Belastung mit Pyrrolizidinalkaloide ist Unkraut, das zwischen den Teepflanzen wächst, so zum Beispiel Jakobskreuzkraut. Dieses produziert PA als Schutz vor Schädlingen und Fressfeinden. Bei der Ernte kann das Unkraut bis in die Teebeutel gelangen. Dem könnte durch eine sorgsame Ernte vorgebeugt werden.

Durch eine hohe Temperaturbeständigkeit und eine gute Wasserlöslichkeit gehen PA leicht in den Tee über. Dabei reichen bereits kleine Mengen, um dauerhafte Schäden an der Leber zu verursachen. Bisher gibt es jedoch keine gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte, wenngleich das Bundesinstitut für Risikobewertung 2011 einen Orientierungswert veröffentlichte. Dieser sieht für einen 70 kg schweren Erwachsenen eine maximale Aufnahmemenge von 0,49 Mikrogramm PA pro Tag vor. „Markt“ wies nach, dass mit einigen Tees diese Menge bereits mit einer Tasse erreicht wird.

Eltern sollten darauf achten, dass ihre Kinder nicht ausschließlich Kräutertees trinken. Auch Schwangere und Stillende sollten nicht nur auf Kräutertees setzten, sondern sie abwechselnd mit anderen Getränken trinken.

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