ADAC Parkhaus-Test offenbart Mängel

29. April 2016

Der ADAC-Test von insgesamt 44 Parkhäusern in 12 deutschen Städten ist ernüchternd. Die Parkplätze viel zu klein, nicht behindertengerecht und schlecht beleuchtet – die Mängel der getesteten Objekte sind vielfältig. Einige Garagen demonstrierten jedoch auch eine besonders umsichtige Planung.

Sieben Objekte mangelhaft, eins sehr mangelhaft

Getestet wurden insgesamt 44 Parkgaragen in Aachen, Freiburg im Breisgau, Fürth, Halle an der Saale, Heidelberg, Krefeld, Ludwigshafen, Magdeburg, Oldenburg, Osnabrück, Saarbrücken und Würzburg. Die Objekte verfügten über mindestens 150 Stellplätze, waren zentral gelegen und für jedermann zugänglich. Getestet wurde zwischen Ende September und Anfang Dezember. Während keines der Parkhäuser auf die Bestnote „sehr gut“ kam, gab es jedoch erfreulicherweise 17 Objekte, die „gut“ abschnitten und 19, die eine durchschnittliche Wertung erzielten. 7 Objekte waren allerdings mangelhaft und eins konnte nur noch mit der Note „sehr mangelhaft“ belegt werden.

Zu wenig barrierefreie Parkplätze

Am schlechtesten Schnitt in der Bewertung die Tiefgarage Am Theater in Heidelberg ab. Die Einfahrthöhe war zu knapp, Fahrgassen und Parkplätze schlecht beleuchtet, Parkplätze zu schmal, Behinderten-Parkplätze nicht barrierefrei, keine Parkplätze für Eltern mit Kindern vorhanden, keine Notrufe möglich und auch kein Handy-Empfang vorhanden. Dass Parkplätze nicht breit genug sind, ist ein allgemeines Problem. So wird die Mindestbreite von 2,30 m meist eingehalten, die Garagenverordnung stammt jedoch noch aus den 1970er Jahren. Seit damals sind die Fahrzeuge immer breiter geworden, sodass die allgemeine Empfehlung der Breite mittlerweile bei 2,50 m liegt. Ein weiterer Minuspunkt war der Mangel an barrierefrei zugänglichen Behindertenparkplätzen, die bei zwei Drittel der Objekte gänzlich fehlten. In etwa jeder zweiten Garage lagen die Bedienelemente der Aufzüge außerdem zu hoch; an keinem Kassenautomat waren sie für Rollstuhlfahrer niedrig genug angebracht.

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Quelle: ADAC

Vitihofgarage in Osnabrück Testsieger

Neben den zahlreichen Mängeln stachen einige Garagen jedoch auch besonders hervor. Vor allem die Vitihofgarage in Osnabrück. Sie ist in einem guten baulichem Zustand, übersichtlich, deutlich beschildert und verfügt über flache, sehr breite Rampen. Doch auch weitere Parkgaragen stachen positiv hervor. Im Aquis-Plaza in Aachen ist es zum Beispiel möglich, mittels QR-Code seinen Parkplatz wieder zu finden, im Behnisch-Haus in Krefeld wird deutlich am Eingang darauf hingewiesen, auf welche Ebenen sich die barrierefrei zugänglichen Parkplätze befinden, in der Schlossberggarage in Freiburg sind die Fußgängerwege deutlich gekennzeichnet und im Lengermann+Trieschmann-Parkhaus in Osnabrück markieren einfache Symbole die Parkebenen.

19 Betreiber verweigerten den Zutritt

Anzumerken ist allerdings, dass nicht sämtliche Parkhäuser, die für den Test ausgewählt wurden, getestet werden konnten. Insgesamt 19 Betreiber verweigerten dem ADAC den Zutritt zu ihren Parkhäusern und drohten sogar teilweise mit Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch. Insgesamt waren 50 Testobjekte betroffen.

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Quelle: ADAC

Quelle: ADAC
Bildquelle: ADAC

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