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LED-Einbaustrahler 24 V oder 230 V: worauf es beim Dimmen ankommt

22. Oktober 2026

LED-Einbaustrahler: 24 V und 230 V im Vergleich

Für die meisten Wohnräume reichen 230-Volt-Einbaustrahler. Sie hängen direkt am Netz, brauchen kein externes Netzteil, und dimmbare Modelle lassen sich mit einem LED-Dimmer in der Wanddose regeln. 24 Volt lohnt sich, wenn Spots und LED-Streifen gemeinsam über einen Controller gedimmt werden sollen oder ein Smart-Home-System beide Lichtarten steuert.

Technisch trennt die beiden Systeme vor allem der Ort des Treibers. Ein 230-Volt-Spot trägt ihn im Gehäuse oder am Anschlusskabel. Ein 24-Volt-Spot bekommt Gleichspannung von einem zentralen Konstantspannungsnetzteil, an dem auch LED-Streifen hängen können. Anbieter wie SK-LED legen ihre 24-Volt-Einbauleuchten genau darauf aus: Strahler und Streifen laufen am selben Controller und ändern Helligkeit und Farbtemperatur synchron.

Ist 24 Volt sicherer?

Auf der Leuchtenseite ja. 24 Volt Gleichspannung liegen weit unter der Grenze für Schutzkleinspannung, die DIN VDE 0100-410 bei 120 Volt Gleichspannung zieht. Das Netzteil hängt aber am 230-Volt-Netz. Diesen Anschluss darf nach § 13 der Niederspannungsanschlussverordnung nur ein Installationsbetrieb herstellen, der beim Netzbetreiber eingetragen ist. Wer auf 24 Volt umsteigt, plant den Netzanschluss des Netzteils deshalb von Anfang an mit einem Elektrofachbetrieb ein.

Welches Dimmverfahren passt zu welchem System?

230 V 24 V
Geregelt wird am Dimmer in der Wanddose am Controller oder dimmbaren Netzteil
Verfahren Phasenabschnitt oder -anschnitt, DALI, KNX PWM, DALI, 0–10 V, KNX, Funk
Leuchtmittel tauschen bei GU10-Fassung ohne Werkzeug bei MR16-Fassung möglich, sonst ganze Leuchte
Typischer Fehler Mindestlast unterschritten, alter Dimmer ohne LED-Eignung Netzteil zu knapp, Controller passt nicht zum Leuchtentyp

Bei 230 Volt entscheidet der Wanddimmer. Er muss für LED ausgelegt sein und hat eine Mindest- und eine Höchstlast. Ein Beispiel: Der Busch-Dimmer 6523 U von Busch-Jaeger regelt laut Hersteller LED-Lasten von 2 bis 100 VA. In der Kompatibilitätsliste entspricht das etwa zwölf LED-Lampen mit je 8 Watt. Wer 16 Spots dieser Leistung an einen Dimmer hängen will, braucht also einen zweiten Dimmer oder ein anderes System. Bei 24 Volt muss der Controller zum Leuchtentyp passen: Spots mit einstellbarer Farbtemperatur brauchen einen CCT-Controller, farbige Spots einen RGBW-Controller.

Wie lässt sich Flimmern prüfen?

Die EU-Ökodesign-Verordnung 2019/2020 begrenzt seit September 2021 das Flimmermaß Pst LM auf höchstens 1,0. Für den Stroboskopeffekt gilt seit September 2024 ein SVM-Wert von höchstens 0,4. Beide Grenzwerte gelten bei Volllast. Über das Verhalten im gedimmten Zustand sagen sie nichts, das muss man selbst prüfen. Ein einfacher Test zu Hause: die Handykamera auf den stark gedimmten Spot richten. Wandernde Streifen im Bild deuten auf Flimmern hin.

Wie groß muss das 24-Volt-Netzteil sein?

Fachhändler rechnen mit der Summe aller angeschlossenen Verbraucher plus mindestens 20 Prozent Reserve. Ein Rechenbeispiel:

  • vier Einbaustrahler mit je 8 W: 32 W

  • 5 m LED-Streifen mit 10 W pro Meter: 50 W

  • Gesamtlast 82 W, mit 20 Prozent Reserve rund 98 W

Passend ist hier ein Netzteil mit 100 W. Ein Gerät mit genau 82 W liefe dauerhaft an seiner Grenze.

Wie lang dürfen die 24-Volt-Leitungen sein?

Kleinspannung hat einen Nachteil: Bei gleicher Leistung fließt fast zehnmal so viel Strom wie bei 230 Volt, und der Spannungsfall auf der Leitung steigt mit. Die Formel lautet ΔU = 2 × Länge × Strom ÷ (56 × Querschnitt), 56 ist die Leitfähigkeit von Kupfer. Für die 82 W aus dem Beispiel fließen bei 24 Volt rund 3,4 A. Liegt das Netzteil 10 Meter entfernt, verliert eine Leitung mit 0,75 mm² etwa 1,6 Volt, also knapp 7 Prozent. Mit 1,5 mm² halbiert sich der Verlust. Spots am Ende einer zu dünnen Leitung können deshalb schwächer leuchten als die vorderen. Das Netzteil gehört also möglichst nah an die Leuchten.

Was gilt im Bad?

Über Dusche oder Badewanne bis 2,25 Meter Höhe (Schutzbereich 1) und im 60 Zentimeter breiten Bereich 2 daneben verlangt DIN VDE 0100-701 mindestens die Schutzart IPX4, bei Strahlwasser IPX5. Nach DIN EN 60529 steht die erste Ziffer der Schutzart für den Schutz gegen Fremdkörper, die zweite für den Schutz gegen Wasser. Viele Einbaustrahler sind nur nach IP20 geschützt, also gar nicht gegen Wasser, und gehören dort nicht hin. Das gilt für 24 Volt genauso wie für 230 Volt. Die niedrige Spannung ersetzt keinen Spritzwasserschutz.

Vor dem Kauf lohnt deshalb ein Blick in drei Datenblätter: das des Spots (Dimmverfahren, Schutzart), das des Dimmers oder Controllers (Mindest- und Höchstlast) und bei 24 Volt das des Netzteils. Erst wenn diese Werte zusammenpassen, lohnt der Test an der Decke.