Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit sinnvoll?

14. März 2016

Die Regelgeschwindigkeit auf deutschen Straßen ist regelmäßig das Thema kontroverser Diskussionen. Während es meistens um die 120 km/h auf Autobahnen geht, steht mittlerweile ein generelles Tempo-30 innerorts zur Diskussion.

Schleichverkehr oder mehr Sicherheit?

Die Einführung von Tempo-30-Zonen als Regelgeschwindigkeit innerorts wird derzeit in vielen Städten und Gemeinden diskutiert. Während die Befürworter auf die erhöhte Sicherheit für Füßgänger und Radfahrer hinweisen, stellen die Gegner den zu erwartenden Schleichverkehr in den Mittelpunkt. Zudem sei eine Entwertung der derzeitigen Tempo-30-Zonen um Schulen und Kindergärten zu erwarten. Die Wahrnehmung der besonderen Gefahrenpunkte würde abnehmen. In einer repräsentativen Umfrage des ADAC unter seinen Mitgliedern stellte sich heraus, dass 78 Prozent der Befragten eindeutig gegen eine generelle Tempo-30-Regelung sind.

Verkehrsverlagerung nicht zielführend

Der ADAC sieht Tempo-30-Zonen offiziell als sinnvoll an, eine generelle Regelung sei jedoch nicht zielführend. Es sei nicht nur zu erwarten, dass die Reisezeiten sich verlängern, sondern auch dass eine Verkehrsverlagerung stattfindet. Aufgrund der längeren Reisezeit auf viel befahrenen Strecken, könnten Autofahrer auf bereits vorher bestehende Tempo-30-Zonen in Wohngebieten ausweichen. Das Verkehrsaufkommen vor Schulen und Kindergärten sowie in derzeit noch ruhigen Wohngebieten könnte also drastisch ansteigen. Die geplante Änderugen des StVO, die eine leichtere Anordnung von Tempo-30-Zonen ermöglichen soll, unterstützt der ADAC jedoch voll und ganz.

Quelle: ADAC

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