Erneute Kritik an Facebook

30. März 2012

Erneut sorgte die Datenschutzpraxis des Social Network-Riesen Facebook für kritische Stimmen. Ein Student aus Wien war besorgt um die Verwendung seiner Daten und wollte genauer wissen, welche Daten von ihm gespeichert sind.

Die Überraschung dürfte groß gewesen sein, denn die von Facebook geschickte Datei umfasste satte 1200 Seiten mit persönlichen Daten, unter anderem Login-Daten oder auch Chat-Protokolle. Nach Durchsicht des Datenberges fielen dem neugierigen Nutzer zahlreiche Ungereimtheiten auf: Einerseits blieben Daten gespeichert, die längst gelöscht sein sollten, andererseits enthielt der Datensatz längst nicht alle Informationen zum Facebook-Konto.

Unter anderem fehlten Angaben über hochgeladene Videos, Verweise auf Fotos vom Nutzer über so genannte „Tags“, sowie die Klicks auf den Like-Button. Facebook argumentierte, dass man nicht alle Daten herausgeben könne, da geistiges Eigentum und Geschäftsgeheimnis davon berührt würden. Der betroffene Student zeigte sich wenig begeistert von dieser Praxis und stellte gemeinsam mit Freunden bereits über zwanzig Anzeigen beim irischen Datenschutzbeauftragten – hier hat Facebook seinen europäischen Sitz. Zudem hat der Student mit einigen Mitstreitern eine Webseite ins Leben gerufen, die andere Nutzer dazu aufruft, sich über die Verwendung ihrer Daten zu informieren. Auch findet sich unter europe-v-facebook.org eine Anleitung, wie interessierte Nutzer an ihre Daten gelangen können.

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